18.               Zusammenfassung

Viele Tätigkeiten in der Industrie, aber auch in anderen gewerblichen Bereichen sind mit dem laufenden Heben und Bewegen von Lasten verbunden. Das bedeutet oft für Rücken und Wirbelsäule extreme Belastungen. Mehr und mehr Betriebe setzen inzwischen als helfende Maßnahme Hubtische ein. Dadurch werden Arbeitsabläufe ergonomisch gestaltet, die Rückenproblematik drastisch reduziert – bei gleichzeitiger Erhöhung der Arbeitssicherheit.

In der Firma Gebr. Steimel GmbH in Hennef werden derzeit Schweiß- und Blecharbeiten an einem starren Arbeitstisch durchgeführt. Die Firma ist daran interessiert, den Arbeitsplatz seiner Mitarbeiter ergonomischer zu gestalten. Hinsichtlich unserer Projektarbeit hatten wir die Möglichkeit uns daran zu beteiligen. Herr Kressner, Leiter der Schweißerei, gab uns dazu den Auftrag, eine Vorrichtung zu konstruieren, um eine Arbeitsplatte in der Höhe verstellen zu können.

Ein Hubtisch muss mehr können, als nur die Lasten auf die jeweils ergonomisch günstige Arbeitshöhe zu bringen. Wichtige Details wie z.B. leichte Bedienbarkeit, problemlose Nachjustierung und eine Fußraumfreiheit ermöglichen erst eine rückenschonende Arbeitshaltung.

In der technisch-wirtschaftlichen Bewertung hat sich der Antrieb mit einer Spindel zuerst am sinnvollsten erwiesen. In den Berechnungen hatte es sich aber ergeben, dass das Torsionsmoment an der Spindel zu groß war. Als Folge daraus wurde die zweite sinnvollste Lösungsvariante mit einem Hydraulikzylinder genommen. Der Kolben eines Langhubzylinder wird mit Hebelstößen einer speziellen Hydraulikhandpumpe ausgefahren. Beim Ausfahren drückt der Zylinder gegen das untere Vierkant-Hohlprofil der Vorrichtung, wodurch der Arbeitstisch hochgefahren wird. Durch die Federrückstellung des Langhubzylinder fährt der Kolben ein und der Arbeitstisch wird gesenkt. In der untersten Endlage liegt der Tisch auf vier Stützen, um die Vorrichtung zu entlasten oder um größere Lasten aufzunehmen. Zur Stabilisierung der Konstruktion wurden Vierkant-Hohlprofile zwischen den Streben verschweißt. Da die Schenkel eines U-Profils schräg sind, wurden sie durch L-Profile ersetzt, um die Rollen gleichmäßig zu belasten. Gleitbuchsen verringern die Reibung zwischen den Streben und den Verbindungselementen. Die eingesetzten Schraubmuttern sind selbsthemmend, um ein Losdrehen durch Stöße oder Vibrationen zu vermeiden.

 

Die geforderten Ziele sehen insgesamt als Ergebnisse so aus:

  1. die Anfangshöhe (Tischoberkante) beträgt 500mm und die konstruktive Endhöhe beträgt ca. 1100mm
  2. die Arbeitsplatte kann in der untersten Stellung mit bis zu 4 t  belastet werden
  3. die Vorrichtung ist dazu fähig, bis zu 3 t (incl. Arbeitsplatte) in die Höhe zu heben und ist dabei stufenlos höhenverstellbar
  4. die Höhenverstellung erfolgt dabei senkrecht und geschieht manuell durch einen Einfachwirkenden Langhubzylinder
  5. der Aufbau und die Handhabung sind sehr einfach
  6. die gesamten Kosten belaufen sich in etwa auf 3230 Euro und liegen somit unter dem geforderten Kostenlimit von 5000 Euro
  7. die Konstruktion der Vorrichtung kann in der Firma gefertigt werden, um aber die Axialbewegung der Arbeitsplatte zu ermöglichen, muss man Teile (Hydraulik) von einer Fremdfirma beschaffen

Bei Fragen oder Anmerkungen können sie uns eine E-Mail unter projekt@wolfgang-danz.de schicken.

 

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